Die biologische Schädlingsbekämpfung
Die biologische Schädlingsbekämpfung findet heute immer mehr Anhänger. Man versteht darunter die Bekämpfung von unerwünschten oder gar gefährlichen Schädlingen, ohne chemische Mittel einzusetzen. Bei der biologischen Schädlingsbekämpfung kommen vor allen Dingen Nützlinge zum Einsatz. Diese Tierchen sind die natürlichen Feinde der Schädlinge und werden diese fressen oder ihnen anderweitig gefährlich werden. Ein einfaches Beispiel, um das Prinzip der biologischen Schädlingsbekämpfung zu erläutern, sind Katzen. Sie werden seit Tausenden von Jahren dafür eingesetzt, die Vorratsräume von Mäusen und anderen Schädlingen frei zu halten, indem sie diese vernichten, also töten.
Doch nicht nur Nützlinge werden für die biologische Schädlingsbekämpfung eingesetzt, sondern genauso kann man einzelne Bakterien oder Viren nutzen, um eine biologische Schädlingsbekämpfung zu erzielen. Durch den Einsatz dieser Bakterien werden die Schädlinge ebenfalls abgetötet oder zumindest vertrieben. Weiterhin besteht die Möglichkeit, einzelne Schädlinge zu entnehmen und diese so zu manipulieren, dass sie die Fortpflanzung der Artgenossen in erheblichem Maße stören.
Im weitesten Sinne kann man auch biotechnische Verfahren zur biologischen Schädlingsbekämpfung zählen. Bekanntestes Beispiel sind hierbei die Pheromone, also die Sexuallockstoffe. Diese werden in einer riesigen Menge produziert und überall versprüht. Üblicherweise sorgen diese Lockstoffe dafür, dass die Männchen zu den Weibchen finden oder umgekehrt. Werden die Lockstoffe jetzt jedoch weit reichend versprüht, so duftet alles nach den Lockstoffen und die Geschlechtspartner finden nicht mehr zueinander. Damit wird die Fortpflanzung ausgeschlossen und es kann nicht noch zu einem Anwachsen der Population der Schädlinge kommen.
Die oberste Priorität in der biologischen Schädlingsbekämpfung hat also das Vermeiden von chemischen Mitteln. Denn mit Chemie kann man zwar die meisten Schädlinge erfolgreich bekämpfen, doch birgt diese auch immer Gefahren für den Menschen und die Umwelt, was man keinesfalls außer Acht lassen darf. Ebenso muss man bedenken, dass die chemische Keule nur bedingt Wirkung zeigen kann, denn über kurz oder lang werden die Schädlinge auch immun gegen diese Gifte. Deshalb setzt die biologische Schädlingsbekämpfung vorrangig auf das Prinzip der natürlichen Feinde. Dadurch werden dauerhaft noch die besten Ergebnisse erzielt, denn eine Anpassung an die Feinde ist nur sehr schwer möglich, bzw. wird sie dadurch unterbunden, dass sich die Feinde der Schädlinge im Laufe der Evolution ebenso an diese anpassen, wie umgekehrt.
Wurde die biologische Schädlingsbekämpfung bisher vorrangig im Bereich Pflanzenschutz eingesetzt, so findet man sie immer häufiger auch in den Bereichen der Schädlingsbekämpfung im Haus. Ob Ratten, Mäuse, Käfer oder andere Insekten, immer häufiger arbeitet man auch in diesem Bereich mit biologischen Mitteln, wie etwa den Lockstoffen, um die Schädlinge zu beseitigen. Biologische Schädlingsbekämpfung ist aber auch in vielen Hausmitteln gegen Schädlinge zu finden. Ein einfacher Kreidestrich kann gegen Ameisen helfen, schales Bier oder Sirup gegen Schnecken usw. Auch hier wird weitestgehend auf die chemische Keule verzichtet, was letztlich für ein gesünderes Lebensumfeld sorgen kann.
Generell sollte man bei der Bekämpfung von Schädlingen zunächst einmal die biologischen Mittel anwenden. Denn dadurch werden Gefahren durch die eingesetzte Chemie ausgeschlossen. Außerdem sollte man auf ein natürliches Gleichgewicht achten, damit die biologische Schädlingsbekämpfung dauerhaft Erfolge erzielen kann. Denn werden zu wenige Nützlinge eingesetzt, kann die Plage durch Schädlinge nicht aufgehalten werden. Setzt man zu viele Nützlinge ein, so vermehren diese sich rasant und man hat mit ihnen ein großes Problem. Insofern ist hier immer genau abzuwägen und es sollte auch der Rat eines Experten in Anspruch genommen werden. Denn durch unsachgemäße biologische Schädlingsbekämpfung können auch massive wirtschaftliche Schäden angerichtet werden.
