Der Grill nach dem Winterschlaf

So gut wie jeder kennt es: Sobald sich der Winter mit Schnee, Frost, Eis und kurzen trüben Tagen endlich geschlagen gegeben hat und man auch einige Wochen launisches, windiges und verregnetes Frühlingswetter hinter sich gebracht hat, geht es los. Man steigt in den muffigen Keller und sucht neben den abgedeckten Gartenmöbeln und den verschiedenen Werkzeugen für den Garten auch den Grill, das unverzichtbare Utensil für laue Sommerabende in geselliger Runde oder die langen Grillfeiern an sommerlich schönen und warmen Wochenenden. Zunächst wird man noch die Fahrräder für Touren aus dem Keller tragen und flicken und irgendwo wird man dann auch den Grill finden.

Zuallererst wird man sich wahrscheinlich ärgern, weil man es, entgegen seiner guten Vorsätze, zum wiederholten Mal versäumt hat, den Grill ordentlich und gründlich zu reinigen, bevor das geliebte Utensil im Herbst in den dunklen tiefen des Kellers verstaut wurde, um im Frühjahr reaktiviert zu werden. Nun muss altes und verkrustetes Fett vom Grillrost geschrubbt werden, die hartnäckige Asche muss ausgewaschen werden, etwaigen Rostflecken muss man mit viel Geduld und Muskelschmalz zu Leibe rücken und im schlimmsten Fall, das ein oder andere Teil doch wegwerfen, weil es nicht mehr zu retten ist. Wohl dem, der den Grill nicht erst am Tag des ersten Grillfestes der Saison aus dem Keller hervorholt.

Wenn der Grill dann in neuem Glanz erstrahlt, als wäre er neu gekauft worden, geht es natürlich darum, für das erste Grillen im Jahr auch richtig vorbereitet zu sein und der unvermeidliche Weg in den Supermarkt steht an. Dort sollte eigentlich zum richtigen Zeitpunkt bereits alles für den Grillfreund vorhanden sein und man erspart sich lästige Wege. Wer wirklich ganz spät dran ist, kann immer noch in den sauren Apfel beißen und den Gang zur Tankstelle antreten, denn auch dort findet man heutzutage meistens alles, was man zum Grillen braucht. Der einzige der nach einem solchen Einkauf nicht wirklich glücklich sein wird, wird der Geldbeutel sein, weil Tankstellen naturgemäß gerne das anderthalb bis zweifache der handelsüblichen Preise verlangen.

Egal wofür man sich letztendlich entscheidet oder entscheiden musste, nun müssen die dringend nötigen Utensilien gekauft werden, damit man den Grill auch wieder zum Laufen bringen kann. In den meisten Fällen wird man Kohle kaufen müssen, es sei denn man benutzt eine andere Form von Grill, beispielsweise einen Elektrogrill. Außerdem benötigt man natürlich Grillanzünder, wahlweise in flüssiger oder fester Form, im letzteren Fall als kleiner Würfel.

Nun steht man vor der Wahl, was man eigentlich auf dem Grill zubereiten will und muss sich nebenbei noch entscheiden, welche Speisen und welche Getränke man dazu reicht. Die Auswahlmöglichkeiten hier sind riesig, man kann sich für Hühnchenschenkel oder Flügel entscheiden, Hühnerbrust oder Putenbrust, diverse Teile vom Schwein, egal ob es nun Schnitzel sind, Koteletts oder Steaks, die wiederum auch vom Rind stammen können. Auch in diesem Fall dürfte wohl der Geldbeutel das entscheidende Wort sprechen. Daneben gibt es eine Vielzahl von Grillwürsten, für die man sich entscheiden kann, außerdem kann man mittlerweile auch vorgefertigte Grillspieße bestehend aus Fleischstückchen und Gemüse kaufen.

Während dann der Grill angefacht und auf Betriebstemperatur gebracht und die eingekaufte Auswahl an Fleisch nach dem Würzen oder Marinieren auf den Rost gelegt worden ist, müssen sich die versammelten Gäste noch gedulden, ehe sie essen können. Daher ist es empfehlenswert, mehrere Salate anzubieten, die zu gegrilltem Fleisch ohnehin eine ideale Ergänzung darstellen. Wichtig ist auch, dass immer jemand beim Grill steht und das Fleisch oft genug wendet und dafür sorgt, dass es außen nicht verbrennt, während es im Inneren roh bleibt. Natürlich ist so etwas dann immer ärgerlich, doch zumeist weiß derjenige, der mit der Fleischzange aufpasst, genau, was er tut.