Schwierigkeiten bei den Hausaufgaben

Nicht jeder Schüler hat es leicht. Manchmal brauchen die Kinder vor allem in den ersten Schuljahren eine Unterstützung, die die Eltern viel Zeit und Kraft kostet. Oftmals vergehen am Nachmittag mehrere Stunden, bis endlich die Schultasche gepackt werden kann, weil die Hausaufgabe wieder nicht verstanden wurde. Es nützt den Kindern nicht viel, wenn man ihnen einfach vorsagt, was sie zu schreiben haben, oder die Rechnungen diktiert. So lernen sie nichts und die Schwierigkeiten werden von Jahr zu Jahr größer. Nicht alle Kinder brauchen diese Begleitung der Eltern durch die erste Schulzeit, aber wenn sie denn nötig ist, sollte man auch dafür Sorge tragen, dass man die erforderliche Zeit aufbringen kann. Ältere Geschwister und Großeltern sind hier manchmal ebenso gefordert, wie Vater und Mutter selbst.

Schon beim Erlernen der Druckbuchstaben möchte man manchmal aus der Haut fahren. Krakelig und lustlos schreiben die Kleinen die Buchstaben in der Geschwindigkeit einer gehbehinderten Schnecke vor sich hin. Immer wieder muss man radieren, antreiben, Mut machen, erklären. Geduld ist wichtig, ebenso wie man dem Kind ab und zu eine Pause erlauben muss. Mit der Zeit, wenn sich die Buchstaben dann schon fast von selbst schreiben, muss man auch einmal loben. Nun kommen andere Probleme: In der Schule werden Lernwörter geübt und Regeln erlernt. Dennoch kann es vorkommen, dass ein Kind sich einfach nicht merken will, dass man Sonnenbrillen mit zwei L und Schifffahrt mit drei F schreibt. Üben und immer wieder üben steht auf dem Programm.

Auch das mathematische Denken muss manches Kind erst erlernen. Auch hier werden zuerst die Schreibweisen der Zahlen gelernt. Danach kommen die Grundrechenarten Addition und Subtraktion, der Zahlenbereich wird dabei stets erweitert. Das Einmaleins und die Division kommen nach und nach dazu. Es hilft den Kindern, wenn man zum Beispiel bei einer Autofahrt immer wieder einmal Aufgaben stellt, und sie somit zum Kopfrechnen antreibt. Belohnungen für gute Noten spornen an, ebenso wie Lob für selbständig erstellte Hausaufgaben. Mit der Zeit wird der Aufwand weniger, den die Eltern betreiben müssen, bis endlich das täglich wiederkehrende, leidige Thema mit den Hausaufgaben erledigt ist.

Man sollte prinzipiell den Kindern die Zeit gönnen, nach der Schule erst einmal in Ruhe zu Essen und eine gewisse Zeitspanne der Erholung zu genießen. In den ersten Klassen schadet eine halbe Stunde Mittagsruhe auf dem Sofa oder im Bett nicht. Danach sollte strikt und ohne Ausnahme erst die Erledigung der Hausaufgaben erfolgen, bevor die Freizeit beginnt. Am Abend erst mit den Aufgaben zu beginnen, strapaziert die Nerven der übermüdeten Kinder und der Eltern, die eigentlich auch schon lange Feierabend haben wollen.