Das Oktoberfest in München
Es ist das größte Volksfest in Europa, vermutlich sogar das größte auf der ganzen Welt. Jeder kennt es, wahrscheinlich war auch so gut wie jeder schon einmal dort: Das Oktoberfest in München. Meist am vorletzten Wochenende im September wird auf der Theresienwiese in der bayerischen Landeshauptstadt München vom amtierenden Oberbürgermeister das erste Fass angestochen und die Wies’n, wie das Volksfest eigentlich bei der Mehrheit der Bayern zumindest nur genannt wird, beginnt. An drei Wochenenden kann man dann das größte Volksfest der Welt besuchen, sich Giggerl und Bier schmecken lassen und in einigen teils mehr, teils weniger verrückten Fahrgeschäften seine Runden drehen.
Das Oktoberfest zieht jedes Jahr über sechs Millionen Besucher an, in manchem Jahr waren es sogar noch einige mehr. Die Besucher kommen immer mehr aus dem Ausland, vorwiegend aus Italien, aus Amerika, Japan oder sogar bis aus Kanada. Und natürlich hat es sich auch schon über die Grenzen Deutschlands hinaus durchgesprochen, dass man auf dem Oktoberfest Tracht trägt. Deshalb sieht man mittlerweile auf dem Festplatz so gut wie niemanden mehr, der kein Dirndl oder keine Lederhose trägt. Allerdings sieht man auch immer weniger Münchner Originale. Für die meisten hat das Oktoberfest seinen Reiz, den es früher einmal hatte, verloren. Viel zu überlaufen ist es oftmals und viel zu sehr auf Masse ausgelegt.
Fast 200 Jahre gibt es das Münchner Oktoberfest nun schon. Zum ersten Mal wurde es im Jahre 1810 von Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese veranstaltet. Die Prinzessin gab der Wiese, auf der das Volksfest alljährlich ausgetragen wird, auch ihren Namen. Zu dieser Zeit war dies eine große Wiese vor den Stadtmauern Münchens und wurde hauptsächlich für Pferderennen benutzt. Seit der Hochzeit der beiden Adeligen heißt diese Wiese nun Theresienwiese. Das erste Oktoberfest wurde dann einige Tage nach der Hochzeit von Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese abgehalten, eben auf dieser Wiese. Da Kronprinz Ludwig ein großer Fan der antiken griechischen Geschichte war, wurde das erste Oktoberfest im Stil der antiken Olympischen Spiele abgehalten. Die ersten Jahre seiner Geschichte hatte die Wies’n also immer sportlichen Charakter.
Heute ist das nicht mehr so. Mittlerweile steht der Vergnügungsfaktor an erster Stelle. Auch wenn die Wiesenwirte verpflichtet sind, bis 18 Uhr in ihren Zelten nur traditionelle Blasmusik spielen lassen zu dürfen, um für mehr Ruhe zu sorgen und zu verhindern, dass die Stimmung auf der Wies’n schon nachmittags entgleist, findet hier mit Sicherheit jeder seinen Spaß. Egal, ob beim Feiern in den verschiedenen Zelten, oder auf dem Festplatz, wo ein Fahrgeschäft am nächsten ist und eines höher hinaus geht als das andere.
